100 Schritte zu einem naturverbundenen Leben“ heißt es in dem Buch von Niklas Kämpargârd und verheißt damit eine Anleitung zu einem Dasein, von dem so viele träumen.

Auch ich träume von einem solchen selbstversorgerischem Leben. Ein kleiner Resthof mit Cottagegarten, auf der malerischen Mini-Weide grast eine Kuh, die mir Milch und damit die Grundlage für Käse, Quark und Co liefert. Ein paar Hühner scharren auf der einsamen Holperstraße vor der kopfsteingepflasterten Einfahrt…

Und PLOP macht die Seifenblasen, denn so eine Traumwelt ist momentan nicht einmal im Ansatz denkenswert. Falscher Zeitpunkt, falsche Zahl auf dem Konto, falsche Umstände? Und warum lese ich dann solche Bücher, denkt Ihr vielleicht jetzt. Bücher, in denen bildhaft erklärt wird, wie man Leder gerbt, einen Erdkeller anlegt oder wie man am besten Heu macht. Denn diese und 99 andere Themen werden in 10 Kapiteln behandelt. Ja, warum? Weil ich bereit sein will, falls sich DIE Chance auftut. Weil ich gerne davon träume. Weil es in mein Interessensgebiet fällt…

224 Seiten schwelgen (und das tue ich tatsächlich eim Lesen solche Ratgeber) und Seite für Seite genießen. Es sind schöne Seiten, die da in dem Hardcover stecken. Der Test ist inhaltlich sehr gut verständlich, man könnte sozusagen direkt loslegen, das Buch in der Hand, vor einem Haufen Bretter und Nägel und zack ist das Hühnerhaus fertig. Herr Kämpargârd schreibt so, wie er es erlebt hat und wieder erlebt. Er ist Journalist und Fotograf mit dem Schwerpunkt Natur und Gesellschaft. Auf dem Land aufgewachsen, entschied er sich nach einigen Jahren des Lebens in der Stadt, wieder dorthin zurückzukehren, wo seine Wurzeln sind. Heute lebt er mit seiner Familie auf einem Bauernhof. Dies ist sein viertes Buch. (Quelle: Randomhouse.de) Beneidenswert!

Aber man braucht keinen Bauernhof, um etwas naturverbundener zu leben. Ein paar Karotten lassen sich auch auf dem Balkon ziehen und essbare Kräuter im Stadtpark sammeln. Auch hierzu gibt es einen Abschnitt im Buch. Und wer interessiert sich nicht für die Machart von selbstgebrautem Bier? Ist doch mal gut zu wissen. Ich LIEBE dieses Buch und für einen solch umfänglichen Ratgeber finde ich knapp 30 Euro nicht zu viel verlangt. Erschienen ist es über die DVA.

Klappentext:

„Die Sehnsucht nach dem Ursprünglichen

Je stärker sich die Technik in unserem Leben ausbreitet und je moderner unsere Häuser und Wohnungen werden, desto größer wird das Bedürfnis nach Selbstversorgung und Selbstgemachtem. Woher kommt die Nahrung, die wir zu uns nehmen, und wie haben die Tiere gelebt, deren Fleisch wir essen? Welche Pestizide befinden sich im Müsli unserer Kinder? Wie kann ich Energie sparen und meinen Beitrag zu einer nachhaltigen Lebensweise liefern? Wie kann ich unabhängiger von der Nahrungsmittelindustrie und ihren wirtschaftlichen Interessen leben? Welche Weisheiten und Erfahrungen unserer Vorfahren, die bereits in Vergessenheit geraten sind, können uns heute bei der Bewältigung unseres Alltags helfen?

Fragen wie diese brachten den Journalisten Niklas Kämpargård dazu, nach und nach sein Leben zu ändern, um sich mit seiner Familie auf einem Bauernhof auf dem Land niederzulassen und wieder näher an der Natur und den Jahreszeiten zu sein. In seinem Buch versammelt er 100 Projekte – klein und groß, die Anregungen sowie praktische und handfeste Hinweise bieten.“ (Quelle: Raus aufs Land, Rückseite)

Beitragsbild Quelle: Randomhouse

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